IG-Klettern Frankenjura & Fichtelgebirge

Kletterkonzept Fichtelgebirge

Was lange währt, wird endlich gut

Selten hat dieser Satz so gut gepasst wie im Fall des Kletterkonzeptes Fichtelgebirge. Die Ursprünge des Kletterkonzeptes gehen zurück in die frühen 90-er Jahre. Ein erster Entwurf, die Grundlage des heutigen Konzeptes, stammt aus dem Jahr 1995. Lange drohte dieser in der Tiefe einer Behördenschublade zu verschwinden, bis 2003 eine Überarbeitung des Konzeptes im Zuge der Umsetzung der FFH-Richtlinien erfolgte. Jetzt endlich liegt die offizielle Version vor. Eine Umsetzung des Konzeptes vor Ort - also die Kennzeichnung der Felsen - soll in diesem Jahr erfolgen.

Schon früh waren einzelne Felsen der Fichtelgebirgsregion von Sperrungen betroffen, vor allem, weil diese in ausgewiesenen Natur- oder Landschaftsschutzgebieten liegen. Etliche Felsen sind zudem Naturdenkmäler. Aus naturschutzfachlicher Sicht besonders erwähnenswert ist das Vorkommen sehr seltener Moose und Flechten in einzelnen Regionen. Die gesamte naturschutzfachliche Bedeutung, aber auch die klettersportliche Seite findet nun Berücksichtigung in den z. T. sehr differenzierten Regelungen, die die endgültige Version des Kletterkonzeptes Fichtelgebirge für die einzelnen Felsen vorsieht.

Das Kletterkonzept Fichtelgebirge beinhaltet - verglichen mit den bisherigen Konzepten - etliche Neuerungen, die sicherlich für Diskussionen sorgen werden. Es bietet aber auch einige positive Überraschungen.

Bouldern: Erstmalig wird das Bouldern in einem Kletterkonzept ausdrücklich erwähnt und berücksichtigt. An einzelnen Felsen bzw. Felsgruppen gilt ein Boulderverbot. Erwähnenswert ist aber auch, dass das Bouldern explizit an den anderen Felsen (auch an Felsen der Zone 1) erlaubt wird!

Kletterverbote per Verordnung: Für einige Felsen galt bisher ein Kletterverbot per Verordnung. Betroffen waren davon v. a. der Nußhardt und der Waldkopf. An beiden Felsformationen wurde durch das Kletterkonzept das Kletterverbot gelockert, d. h. an einigen Wandpartien darf wieder geklettert werden (Zone 2). Allerdings gilt für die anderen Wandteile (Zone 1) ein generelles Kletter- und Boulderverbot. Da die Kennzeichnung der Felsen und Zonen noch nicht erfolgte, sollte man aber zunächst auf einen Besuch dieser Kletterfelsen in diesen zwei Gebieten verzichten.

Details zu den Zonierungen sind der nachfolgend aufgeführten Felsliste zu entnehmen.

Kletterkonzept Fichtelgebirge (KKFG)

  Fels Zone BemerkungAnlass
1 Felsen im Wellertal Zone 1,3 In Zone 1 Boulderverbot !KKFG
2 Steinbruch am Kleinen Kornberg Zone 1,2 KKFG
3 Dürrenstein Zone 2 KKFG
4 Hirschstein Zone 1,2,3 KKFG
5 Epprechtstein Zone 2 KKFG
6 Hohenstein Zone 1,3 KKFG
7 Kl. Waldstein Zone 2 KKFG
8 Gr. Waldstein Zone 1,2 In Zone 1 BoulderverbotKKFG
9 Schanzstein Zone 2 KKFG
10 Arndstein Zone 2 KKFG
11 Amboss Zone 1 KKFG
12 Schwesternstein Zone 1,3 KKFG
13 Drei Brüder Zone 1,3 KKFG
14 Vierter Bruder Zone 1 KKFG
15 Schallmauer Zone 1,3 KKFG
16 Rudofstein Zone 1,3 KKFG
17 Unteres Massiv Zone 1,3 KKFG
18 Regendachfels Zone 1,2 KKFG
19 Kreuzturm Zone 1,3 KKFG
20 Rudolfstürme Zone 1,2,3 KKFG
21 Treppenstein Zone 1,3 KKFG
22 Haberstein(Schneeberg) Zone 1 generell BoulderverbotKKFG
23 Nußhardt Zone 1,2 In Zone 1 BoulderverbotKKFG
24 Weißmainfels Zone 1,3 In Zone 1 BoulderverbotKKFG
25 Prinzenfels Zone 2 KKFG
26 Gr. Labyrinth (Luisenburg) Zone1 In Zone 1 BoulderverbotKKFG
27 Burgstein und Kaiserfels Zone 2 KKFG
28 Kl. Labyrinth (Bestienrummel) Zone 1 generell BoulderverbotKKFG
29 Gr. und Kl. Haberstein (Kösseine) Zone 1,3 KKFG
30 Püttnerfels Zone 1,3 KKFG
31 Mühlstein (Schlageterfels, Zigeunerhöhle) Zone 2 KKFG

Letzte Kletterverbote bis zum 31.7.2008

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  • Alfred Neumeister Gedenkwand
  • Annasteinseite (zum größten Teil)
  • Hohe Wand
  • Pottensteiner Wand
  • Schlöttermühler Wände, rechter und linker Teil
  • Schwedenfels (Fexenstein)

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