Die Auswirkungen des Straßenbaus und der zeitgleich durchgeführten Felssicherungsmaßnahmen am Roten Fels im Pegnitztal sind hinreichen bekannt. Ein in weiten Bereichen "entbaumter", umgepflügter und unbefestigter Wandfuß, reichlich lockeres Gestein im gesamten Wand- und Wandfußbereich haben nicht nur bei Kletterern für heftige Kritik gesorgt.
Kein Wunder also, dass das Thema Roter Fels beim diesjährigen Treffen des Arbeitskreis Klettern und Naturschutz im Landkreis Nürnberger Land am 14.10.04 ein zentrales Thema war. Im Zuge einer Ortsbegehung erläuterte Hr. Pühl von der Unteren Naturschutzbehörde zunächst die durchgeführten Maßnahmen. Nur ein schwacher Trost ist es, dass die ursprünglichen Ausbaupläne des Straßenbauamtes sowohl die Straße, aber auch den Wandfußbereich betreffend, weitaus größere Eingriffe vorgesehen hatten. Hier zeigten die von Naturschützern und Kletterern schon vor Jahren vorgebrachten Proteste Erfolg. Ursprünglich sollte die Straße deutlich breiter werden, die Pegnitz sollte weitaus mehr verbaut werden und für den Hang unterhalb des zentralen Wandteil des Roten Fels waren erhebliche Verbauungen vorgesehen.
Die Felssicherungsmaßnahmen wurden, so Hr. Pühl, von einer "Spezialfirma" ausgeführt. Es wurde ausschließlich "mit der Hand" (d.h. Stemmeisen) gearbeitet. Insgesamt wurden 30 Kubikmeter Gestein vorwiegend aus dem Gipfelbereich entfernt. Die Auswirkungen auf die Kletterrouten wurden bereits mehrfach beschrieben und diskutiert. Jeder der aktuell dort klettert sollte Vorsicht walten lassen, es gibt noch reichlich lockeres Gestein. Die Felssicherungsmaßnahme sind zudem noch nicht abgeschlossen. Ein im linken Wandteil vom Gipfelbereich gelöster ca. 4 Kubikmeter großer Felsbrocken liegt, nur von einem Baum gehalten, ca. 20m oberhalb der Straße im Hang. Dieser Block sowie einige beschädigte Bäume sollen kurzfristig noch entfernt werden. Folglich ist damit zu rechnen, dass sich das Landschaftsbild am Roten Fels noch weiter verändern wird.
Nicht zuletzt auch aus Sicherheitsgründen wurde dem Vorschlag der Kletterer gefolgt am Ort des größten Kahlschlags im zentralen Wandbereich Wegebaumaßnahmen durchzuführen um einer weiteren Hangerosion Einhalt zu gebieten. Eine Förderung durch die zuständige Behörde wurde in Aussicht gestellt. Vor der endgültigen Durchführung der Arbeiten muss noch das Einverständnis der betroffenen Grundeigentümer eingeholt werden. Sollte alles planmäßig verlaufen, so ist noch in diesem Jahr mit der Abwicklung der geplanten Maßnahmen zu rechnen. Engagierte Kletterer die sich an der Arbeit beteiligen wollen sind dann gefragt, also bitte entsprechende Veröffentlichungen beachten und rechtzeitig melden!
Die Steiganlage an der Kleinen Wacht mit Umsetzung des Pegnitztalkonzeptes auf Wunsch der Unteren Naturschutzbehörde errichtet, war und ist vielen ein Dorn im Auge. Mittlerweile sind etliche Stufen und Balken gebrochen, so dass umfangreichere Ausbesserungsarbeiten nötig wären. Ausgedehnte Wegspuren um die Steiganlagen herum konnten die Behörde von der geringen Akzeptanz dieser Anlagen bei den Kletterern überzeugen. Die Steiganlagen werden zurückgebaut, statt dessen sollen kleinere Stufen und eine geringe Verbauung erstellt werden und zukünftig für eine Wegelenkung sorgen.