Saniererkurs 2008
Wir schreiben Samstag, den 11.10.2008. Es ist 10 Uhr morgens. Im verschlafenen Örtchen Schlaifhausen treffen sich ca. 15 Kletterer im Gasthaus Kroder. Mir kommt es etwas ungewohnt vor, so früh am morgen mit anderen Kletterern in der Kneipe zu sitzen, immerhin habe ich heute noch nichts geklettert und somit auch noch kein Schnitzel verdient.

Doch es gibt einen anderen Grund, warum wir hier sitzen: knüppelharte THEORIE! Wir sind ein bunter Haufen von Kletterern jeden Alters, die bis aus dem Allgäu angereist sind, um Jürgens Lesung über die Geheimnisse des Sanierens zu lauschen. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde lernen wir die drei Bohrhakensysteme kennen (reibschlüssige, formschlüssige und chemische Systeme), diskutieren ihre Vor- und Nachteile und kommen zum Entschluss, dass das sicherste System für die Fränkische der Verbundhaken ist. Beim Blick auf Jürgens Sammlung alter Normal- und Klebehaken kommt so manche Erinnerung hoch, auf welch unsichere Sicherungen, die teilweise nur 1-2cm im Fels stecken, man sich bisher verlassen hat. Jürgen erklärt ausführlich alle Schritte des Setzens von Bohrhaken, wir lernen die geforderten Normwerte der Auszugskräfte kennen (radial und axial) und diskutieren wichtige Aspekte bei der Hakenplatzierung. Im Anschluss gibt Klemens uns einige Tipps zum Thema "Sicherung beim Sanieren".
Gegen 14 Uhr machen wir uns daran, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Wir sanieren einen Fels im Leinleitertal unter Anleitung von Jürgen, Klemens und Uwe. Dabei wurde Wert darauf gelegt, dass jeder Kursteilnehmer mindestens einen Haken setzen durfte.
Im Naturfreundehaus lassen wir den Tag bei einer guten fränkischen Brotzeit ausklingen. Jürgen erzählt uns noch etwas über die rechtlichen Aspekte des Sanierens und beantwortet noch offenstehende Fragen, die während der praktischen Übung entstanden sind.
Und wieder ist die Fränkische um einige fachkundige Sanierer reicher geworden. Meiner Meinung nach ist der Saniererkurs ein äußerst sinnvolles Angebot der IG, der nicht unwesentlich zur Sicherheit der fränkischen Felsen beiträgt.
Raimund Schuh |