IG Klettern Frankenjura, Fichtelgebirge und Bayerischer Wald

Zeitlich befristete Kletterverbote im Frankenjura

Rückblick 2010 und aktuelle Situation

Seit einigen Jahren treffen sich nun schon - immer im Januar - Vertreter des Landesbundes für Vogelschutz, verschiedener Naturschutzbehörden, des DAV und der IG-Klettern zu einer Gesprächsrunde zum Thema Vogelschutz. Ziel des Treffen ist neben einem allgemeinen Informationsaustausch vor allem auch der Abgleich der Sperrungslisten und die Optimierung der Schutzmechanismen - sowohl aus Sicht des Vogelschutzes, wie auch unter klettersportlichen Aspekten.

Beim diesjährigen Treffen beurteilten die Vertreter des LBV die Brutsaison 2010 überwiegend positiv. Hervorgehoben wurde vor allem die stark gestiegene Zahl erfolgreicher Uhu-Bruten, die in erster Linie im Zusammenhang mit einem ausgesprochen guten Nahrungsangebot gesehen wurde. Dem gegenüber war die Zahl der erfolgreichen Wanderfalkenbruten leicht rückläufig, was wiederum partiell auf die hohe Uhuzahl zurückzuführen ist. Hervorgehoben wurde auch die Tatsache, dass erneut etliche Uhu- und Wanderfalkenbruten von Kletterern gemeldet wurden.

Kritisiert wurden lediglich die (wenigen) festgestellten Übertretungen der Kletterverbote. Zu Konsequenzen, nicht nur für den betroffenen Kletterer, sondern leider auch für alle Kletterer in der Region hat die Missachtung des Kletterverbotes am Geckofelsen durch auswärtige Kletterer geführt. Die Missachtung des Kletterverbots wurde angezeigt und der betroffene Kletterer mit einer Geldstrafe belegt. Zudem sah sich die zuständige untere Naturschutzbehörde gezwungen, das bisher bestehende Kletterverbot auszuweiten. Zwar kam es letztendlich nicht zu der ursprünglich geplanten, befristeten Komplettsperrung der Aalkorbwände einschließlich Freudenhaus per Verordnung, jedoch wurde das Kletterverbot im Sinne einer Verfügung auch auf die linken Nebenfelsen des Freudenhaus ausgeweitet (Details sind der aktuellen Sperrungsliste zu entnehmen). Von der Verfügung betroffen ist auch die Heldwand im Ailsbachtal.

Neue befristete Kletterverbote im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren ergeben sich im Wesentlichen durch die im vergangenen Jahr erstmalig wegen Vogelbrut gesperrten Felsen.

Wegen der erfolgreichen Wanderfalkenbrut im letzten Jahr gilt auch für die Mittelbergwand im Hirschbachtal wieder ein partielles Kletterverbot. An den Schlöttermühlwänden im oberen Trubachtal wurde das dort bestehende Kletterverbot auf den Schlötterturm und die Herbstwand ausgedehnt. Gesperrt ist auch die Route "1° Grand Cru" an der Dachlwand, hier bitte unbedingt die Absperrung beachten!

Ebenfalls gesperrt ist der Wagnerfels (Ailsbachtal), Sektor "Diebische Elster" sowie zunächst die komplette Annasteinseite im Frankendorfer Klettergarten, dort wird die Sperrung evtl. eingeschränkt, sobald feststeht, wo der Brutversuch stattfindet. Gleiches gilt für den Gelben Turm und die Wolkensteiner Wand, beide Felsen sind zunächst gesperrt, wenn sicher ist, wo gebrütet wird, werden die Beschränkungen gelockert.

Nicht mehr von Sperrungen betroffen sind erfreulicherweise das Erlangener Felsentor, die Norisbaba Wand und der Luckigrat, diese wurden von der Liste gestrichen.

Alle Sperrungen werden laufend auf Stichhaltigkeit überprüft. Sollte keine Brut nachweisbar sein wird die Sperrung aufgehoben.

Alle Details zu den aktuellen Sperrungen sind der aktuellen Sperrungsliste zu entnehmen. Diese wird im Internet laufend aktualisiert.

 

Aktuelle Sperrungen

  •  
  • Roter Fels
  • Wunkendorfer Eck im Bärental

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